Das Schweigen brechen!

Am 25. November findet der Aktionstag zur Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen statt. Die ASF Friedrichshain-Kreuzberg hat sich mit einer Aktion zum Hilfetelefon 08000 116 016 am Kottbusser Tor beteiligt. Auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller machte auf das Hilfetelefon aufmerksam. Er hisste zusammen mit der ASF die TERRE DES FEMMES Fahne an der Berliner Parteizentrale Kurt-Schumacher-Haus.

Im vergangenen Jahr wurden knapp 14 500 Frauen in Berlin Opfer häuslicher Gewalt. Das ist die Anzahl der Fälle, die bei der Polizei registriert wurden. Die Dunkelziffer ist vermutlich sehr viel höher. Zudem suchten mehrere hundert Frauen und Kinder Schutz in Berliner Frauenhäusern. Besonders oft trifft dies Frauen in ohnehin unsicheren Lebenssituationen oder mit Beeinträchtigungen.

„Der Kampf gegen Gewalt an Frauen bleibt eine Daueraufgabe. Wir müssen den Bedürfnissen wohnungssuchender, gewaltbetroffener Frauen und von Frauen mit Behinderung noch stärker Rechnung tragen und zusätzliche Schutzplätze für geflüchtete Frauen vorhalten“, sagte die ASF-Kreisvorsitzende Martina Hartleib.

Es ist gut, dass der Berliner Senat in den vergangenen Jahren den Etat für diese Hilfsangebote aufgestockt hat. In 2016 wurden die Angebote mit 7,5 Millionen Euro finanziert und weiter ausgebaut. Aktuell gibt es in Berlin sechs Frauenhäuser, fünf Fachberatungsstellen sowie eine rund um die Uhr besetzte Hotline, die betroffenen Frauen auch nachts und an Feiertagen zur Verfügung stehen.

Seit 2014 bildet außerdem die Gewaltschutzambulanz der Berliner Charité eine wichtige Anlaufstelle für Opfer von Gewalt. Dort können Frauen, aber auch Männer und Kinder, ihre Verletzungen dokumentieren lassen – auch wenn sie anschließend nicht zur Polizei gehen. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen setzt sich seit Jahren für solch niedrigschwellige Angebote ein, um Frauen vor häuslicher Gewalt besser zu schützen und dieser vorzubeugen.

„In der Koalitionsvereinbarung mit haben wir uns deshalb darauf geeinigt, die Gewaltprävention und das Hilfesystem für gewaltbetroffene Frauen zu erweitern. Dazu gehören der Ausbau der Gewaltschutzambulanz sowie weitere Plätze in Frauenhäusern und anderen Schutzeinrichtungen“, so die ASF-Landesvorsitzende Eva Högl.