Ehemalige Toilettenanlage wird Kulturstandort

Ehemalige Toilettenanlage in der Yorckstraße

Ehemalige Toilettenanlage in der Yorckstraße

Nach jahrelangem Ringen meldet das Bezirksamt endlich Vollzug: Die ehemalige Toilettenanlage an der Kreuzung Yorckstraße / Mehringdamm wird zu einem kulturellen Veranstaltungsort umgebaut. Die SPD-Fraktion begrüßt die Neuigkeit. Die Idee, die Anlage für soziale oder kulturelle Zwecke zu nutzen, geht auf den ehemaligen SPD-Bezirksverordneten Max Putzer zurück.

Bereits im August 2012 hatte Putzer für die SPD-Fraktion einen entsprechenden Antrag eingebracht. Darin heißt es: „Das Bezirksamt wird beauftragt, ein Interessenbekundungsverfahren für eine langfristige Nutzung der Toilettenanlage Yorckstraße Ecke Mehringdamm einzuleiten. Adressaten eines solchen Verfahrens sollen Projekte mit einem Schwerpunkt auf einer kulturellen oder sozialen Nutzung sein; eine kommerzielle Nutzung soll nicht im Vordergrund stehen. (…)“ Ziel war es, den unwirtlichen und von lautem Verkehr dominierten Ort aufzuwerten.

Max Putzer

Max Putzer

Das Stadtplanungsamt wollte die unterirdische Anlage eigentlich zuschütten lassen. Doch letztendlich fand der Antrag der SPD im November 2012 eine Mehrheit und wurde von der BVV beschlossen. Daraufhin wurde eine Jury eingesetzt, die Projekte und Ideen für die Ex-Toilette bewerten sollte. In der Folge kam es jedoch immer wieder zu Verzögerungen. Mehrere Konzepte wurden vom Bezirk abgelehnt oder die Bewerber wurden aufgefordert, diese zu konkretisieren. Schließlich stand im Frühjahr 2014 ein Gewinner des Wettbewerbes fest – und wieder tat sich lange Zeit nichts.

Nun hat das Bezirksamt mitgeteilt, dass ein Bauantrag für den Umbau der ehemaligen Toilettenanlage genehmigt wurde. Ein Nutzungsvertrag wurde demnach bereits am 11. März abgeschlossen.

Wie die Berliner Morgenpost heute schreibt, wird die Anlage künftig als Streetart-Galerie genutzt. Auch Musikveranstaltungen und ein Barbetrieb sind dort geplant.

„Uns ist leider unverständlich, warum die BVV nach jahrelangen Verhandlungen von Seiten des zuständigen Bezirkstadtrats Hans Panhoff (B90/Grüne) spät und unzureichend informiert wurde. Wir haben immer wieder in der BVV nachgefragt. Nun erfahren wir wesentliche Fakten aus der Presse“, kritisiert der SPD-Fraktionsvorsitzende Andy Hehmke. Es bleibe zu hoffen, dass die Vorgabe der BVV, nach der nicht die kommerzielle Nutzung im Vordergrund stehen soll, auch umgesetzt wurde. Die Fraktion werde sich in der BVV hierzu weitere Informationen einholen.

 

(Presseerklärung vom 25.04.2016)