Aufruf zum Internationalen Frauentag am 8. März 2016

„Vor über 100 Jahren wurde der erste Internationale Frauentag begangen. Damals wie heute kämpfen Frauen weltweit an diesem Tag für ihre Rechte und für die Gleichberechtigung. Zum Internationalen Frauentag 2016 wollen wir gemeinsam aufbrechen – in ein Leben frei von Sexismus und Gewalt!“ Dazu ruft die Kreisvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen Martina Hartleib auf.

Die Übergriffe gegen Frauen in der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Städten haben in tragischer Weise gezeigt, dass sexualisierte Gewalt gegen Frauen endlich ernst genommen werden muss.

Denn sie findet täglich und überall statt: Ob zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit oder im Internet. Ob als anzügliche Witze, sexistische Sprüche, übergriffiges Auftreten, häusliche Gewalt oder Vergewaltigung. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen ist leider auch Teil der deutschen Kultur.

„Wir sind tagtäglich mit überkommenen Rollenbildern, mit Sexismus in Sprache, Medien oder Werbung konfrontiert. Frauen werden als Sexobjekte, Opfer oder „Heimchen am Herd“ dargestellt. Dies führt zu weniger Respekt gegenüber Frauen – und fördert sexuelle Belästigung und Gewalt gegen Frauen“, führt Martina Hartleib aus.

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen in der SPD fordert deshalb:

  • ein Verbot geschlechterdiskriminierender Werbung;
  • eine gleichwertige Darstellung von Frauen und Männern in den Medien, die die vielfältigen Rollen und Lebenswege widerspiegelt;
  • mehr Heldinnen und mehr weibliche Vorbilder in Fernsehen, Videospielen und Printmedien;
  • eine umfassende Reform des Sexualstrafrechts, die den Grundsatz „Nein heißt Nein“ umsetzt und sexuelle Belästigung unter Strafe stellt;
  • eine Beweis- und Spurensicherung nach Sexualstraftaten, auch wenn Betroffene (noch) keine Anzeige erstatten möchten;
  • eine dauerhafte Finanzierung der Hilfe- und Beratungseinrichtungen für Frauen und Mädchen, die auch den Zugang von geflüchteten Frauen sicherstellt.

„Der Einsatz gegen sexualisierte Gewalt muss jeden Tag ausnahmslos politische Priorität haben. Viel zu oft werden Sexismus und sexualisierte Gewalt tabuisiert – dieses Schweigen wollen wir brechen. Viel zu oft werden wir durch überkommene Rollenbilder in den Medien beeinflusst – diese Rollenzuschreibungen wollen wir aufbrechen. Viel zu oft führt die sexistische Darstellung von Frauen zu Gewalt – diesen Kreislauf wollen wir durchbrechen. Lasst uns gemeinsam aufbrechen – in ein Leben frei von Sexismus und Gewalt“, dazu ruft Martina Hartleib auf.