So konkret kann Politik sein

Die Teilnehmerinnen des Mentoring-Programms besuchten am 11. Juni 2015 das Abgeordnetenhaus von Berlin. Die Teilnahme an einer Plenardebatte und ein Gespräch mit dem Abgeordneten Björn Eggert standen auf der Tagesordnung. „Ich war überrascht, wie konkret Politik sein kann“, sagte Annika Schneider-Kirsch. „Das es ganz konkret um die Situation der Mieterinnen und Mieter eines Hauses im Abgeordnetenhaus gehen kann, hat mich erstaunt“.

„Politik ist stets nur scheinbar abstrakt, tatsächlich geht es meistens konkret um etwas. So zum Beispiel die Haushaltsberatungen. Sie wirken abstrakt, tatsächlich aber geht es hier ganz konkret darum, welches Projekt erhalten bleiben kann und welches nicht“, führte Björn Eggert aus.

„Was konntest Du schon einmal konkret im Parlament umsetzen“, fragte daraufhin die 17-jährige Hanh Kaschlaw. „Ich habe mich dafür eingesetzt, dass die Beschäftigten in den Jugendprojekten nach Jahren eine Gehaltserhöhung bekommen haben. Das Beste daran ist, dass diese Erhöhung nicht nur einmalig ist, sondern jährlich fortgeschrieben wird“, antwortete Björn Eggert.

„Wie kann man Ideen in Politik umsetzen?“, das wollte eine Teilnehmerin wissen. Es ging ihr darum, einen Fahrradweg zu bauen. Björn Eggert erläuterte zum einen den Verwaltungsweg, der dafür notwendig ist und zum anderen das Antragsverfahren in der SPD. „Manchmal aber, ist es einfacher, eine Mandatsträgerin oder einen Mandatsträger zu fragen, ob er oder sie sich der Sache annehmen kann“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

Siggi Klebba, Jugendstaatssekretärin in Berlin, nahm ebenfalls an dem Gespräch teil. Sie erläuterte den Teilnehmerinnen ihren Lebens- und Karriereweg. Daraufhin entspann sich eine spannende Diskussion darüber, wie die Bewerbungsphase in einer Partei verläuft. „Das wichtigste ist, auch nach verlorenen Kandidaturen nicht aufzugeben. Oft nehmen die Frauen sich das doch mehr zu Herzen als so mancher Mann.“