Aufruf zum Equal Pay Day am Brandenburger Tor – Der Entgeltdiskriminierung wird der Kampf angesagt

Seit über 100 Jahren fordern Frauen gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Trotzdem liegt der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen noch immer bei durchschnittlich 22 Prozent. Die Forderung ist aktueller denn je. Deshalb hat auch in diesem Jahr wieder der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Deutsche Frauenrat und der Sozialverband Deutschland (SoVD) zu einer Kundgebung am 20. März um 12 Uhr am Brandenburger Tor aufgerufen. Auch die ASF Friedrichshain-Kreuzberg wird sich daran beteiligen und zahlreich vor Ort vertreten sein.

1.648 Euro verdient im Durchschnitt eine Köchin, ein Koch hingegen 2.090 Euro. In der Pflege, einer eher traditionellen Frauenbranche, sieht es ähnlich aus: Knapp 300 Euro weniger haben Frauen hier in der Tasche als Männer. Die Gründe dafür sind vielfältig: Frauen sind häufiger in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt, sie nehmen längere familienbedingte Auszeiten, sie sind weniger in Führungspositionen zu finden oder wählen häufiger Berufe, in denen traditionell weniger verdient wird.

Mit der SPD in der Bundesregierung wird die Bekämpfung der Entgeltungleichheit endlich ernst genommen: Die Einführung des flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns ist auch hier ein Meilenstein, denn von ihm profitieren überwiegend Frauen. Die Frauenquote verhilft mehr Frauen in Führungspositionen und mit dem ElterngeldPlus wird es einfacher nach der Geburt eines Kindes in Teilzeit in den Beruf zurück zu kehren. Letztendlich wird mit einem Entgeltgleichheitsgesetz, das Bundesfrauenministerin Schwesig angekündigt hat, für mehr Transparenz der Gehälter gesorgt. Außerdem soll das Gesetz die Überprüfung von Tarifverträgen ermöglichen. Damit kann vor allem strukturelle Diskriminierung aufgrund der Arbeitsbewertung aufgedeckt werden.

Stillstand gab es in der Gleichstellungspolitik lange genug. Mit der SPD in der Regierung wird der Entgeltdiskriminierung endlich der Kampf angesagt.