Wie weiter mit dem „Görli“?

Am 13. Januar 2015 traf sich die SPD Luisenstadt mit Herrn Lars Neumann, Leiter des Polizeiabschnitts 53 und Herrn Heuß von der Anwohnerinitiative zum „Görlitzer Park“, um die Situation am Görlitzer Park und Umgebung zu erläutern. Seit vielen Jahren ist der Park für sein Gewalt-und Drogenproblematik bekannt. Nach dem nun im November zur Selbstjustiz der Anwohnerinnen und Anwohner kam und sie sich mit Messern gegen Drogendealer wehrten, ist die Situation um den Görlitzer Park eskaliert.

Lars Neumann berichtet, dass seit 2011 die Straftatbestände rund um den Görlitzer Park zugenommen haben, in 2014 gäbe es nochmals eine deutliche Zunahme. „Den Höhepunkt bildete die gewaltsame Auseinandersetzung zwischen einem Barbetreiber und Dealern im November letzten Jahres“, so Neumann. Lars Neumann konstatiert, dass die Polizeitaktik bisher nur eingeschränkt gelungen sei.“ In Spitzenzeiten sind bis zu 120 Dealer auf und rum um den Görlitzer Park unterwegs, kurzfristig haben sich nur Erfolge bei massivem Polizeieinsatz eingestellt. Sobald die Polizeipräsenz nachließ, kam es sofort Zunahme des Dealens im Park und darum herum. Die Dealer bewegen sich entlang der U-Bahn-Linie U1 von der Warschauer Straße bis zum Kottbusser Tor. Folge des Polizeieinsatzes ist ein Verdrängungsdruck“.

Martin Heuß von der Anwohnerinitiative (http://www.ai-gp.de/) berichtet vom Beginn des Görlitzer Parks, der von Anbeginn einerseits von der Kreativität und andererseits von der Zerstörungswut eines Teils der Kreuzberger Bevölkerung zeugt. Die Initiative hat sich im November 2014 gegründet. Sie fordert eine Gesamtstrategie zum Görlitzer Park durch den Bezirk. Dazu soll eine Gruppe von Streetworkern (parkworker) im Park installiert werden, die sich mit den Aufgaben der Deeskalation, der Herstellung einer Willkommensatmosphäre und der  Ansprache von Dealern  befassen soll.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die Situation um den Görlitzer Park nur durch ein ganzheitliches Gesamtkonzept mit neuen Nutzungsmöglichkeiten und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen verbessert werden kann. Das repressive Handeln der Polizei alleine reicht nicht aus.