„Helden“ zu Gast in der AG Migration und Vielfalt Friedrichshain-Kreuzberg

In der Sitzung am Donnerstag, den 8. Januar 2015 startete die AG Migration und Vielfalt mit einem spannenden Thema in das neue Jahr.

In der Veranstaltung ging es um das Projekt „Heroes“, das seit 2007 in Berlin mit jungen Männern aus „Ehrenkulturen“ zusammenarbeitet und sich gegen Gewalt und Unterdrückung und für Gleichberechtigung von Männern und Frauen einsetzt. Mittlerweile gibt es Ableger der Heroes in vielen Städten in ganz Deutschland.

Zu Gast waren Eldem Turan, Mitarbeiterin bei den Heroes, und einige der jungen Männer, die sich in dem Projekt engagieren. Zunächst wurde in der Sitzung die Arbeit der Heroes vorgestellt, durch einen Bericht, aber auch durch eine Vorführung eines der Rollenspiele, mit denen die Heroes arbeiten. Die AG-Mitglieder erfuhren nicht nur bloße Fakten, sie erhielten auch einen praktischen Einblick in das Programm. Junge Männer werden dabei in regelmäßigen Treffen zu Heroes ausgebildet. Während dieser Ausbildung beschäftigen sie sich unter anderem mit Rollenbildern, kulturellen Strukturen, Prägungen, Zwängen und familiärem Druck. Wenn sie die Ausbildung abgeschlossen haben, besuchen sie Schulklassen und diskutieren über diese Themen. Auch die besagten Rollenspiele nutzen sie dabei, um die Jugendlichen zum Hinterfragen, Mitfühlen und Weiterdenken anzuregen. Dabei wird großer Wert auf Offenheit, Ehrlichkeit und Meinungsfreiheit gelegt.

Nach der Projektvorstellung blieb Zeit für Fragen und Diskussion. Es entstand eine spannende Debatte über Menschenrechte, persönliche Grenzen, über die Rolle der Familie und den Begriff der Ehre. Auch die Frage der Finanzierung des Projektes wurde thematisiert. Die Finanzierung muss regelmäßig aufs Neue gesichert werden. Dies erschwert die Arbeit und saugt Energie und Zeit, die eigentlich für inhaltliche Arbeit und für die Arbeit mit den jungen Männern benötigt wird.

Einigkeit bestand am Ende der Sitzung: Heroes ist ein wertvolles, fortschrittliches und eindrucksvolles Projekt, dass essentielle Arbeit für unser Zusammenleben leistet. Nicht nur für den gemeinsamen Abend, sondern auch für das Engagement der Heroes sind die SitzungsteilnehmerInnen dankbar.