ElterngeldPlus macht Elternzeit flexibler

Am 7. November 2014 hat der Deutsche Bundestag die Einführung des „ElterngeldPlus“ mit Partnerschaftsbonus und einer Flexibilisierung der Elternzeit verabschiedet. Es soll die erfolgreiche sozialdemokratische Familienpolitik weiter ausbauen. Mütter und Väter können länger Elterngeld beziehen, wenn sie Teilzeit arbeiten. Zudem kann die Elternzeit flexibler gestaltet werden.

Viele Familien haben den Wunsch, ihre Zeit flexibler nach eigenen Vorstellungen einzuteilen. Rund 60 Prozent der Paare mit kleinen Kindern wünschen sich eine partnerschaftliche Organisation von Familie. Tatsächlich gelingt es jedoch nur gut 14 Prozent, das auch in die Realität umzusetzen. Damit Eltern künftig noch individueller ihre gewünschte Vereinbarkeit von Familie und Beruf leben können, sollen die Erfolgsmodelle Elternzeit und Elterngeld nun noch flexibler werden.

Mehr Elterngeld für Teilzeitbeschäftigte und Partnerschaftsbonus

Mit dem ElterngeldPlus werden von 2015 an jene Elternpaare unterstützt, die sich partnerschaftlich um die Kinderbetreuung kümmern und zugleich über eine Teilzeitbeschäftigung ins Berufsleben zurückkehren wollen. Bei gleichzeitiger Teilzeitarbeit können Mütter und Väter dann doppelt so lange Elterngeld beziehen – ohne dass der Teilzeitlohn die Gesamtsumme des ausgezahlten Elterngeldes mindert. Wer Teilzeit in einem Umfang von mindestens 25 Prozent arbeitet, kann künftig bis zu 28 Monate zusätzlich zum Teilzeiteinkommen Elterngeld erhalten. Bislang galt auch für Teilzeit-Arbeitnehmer eine maximale Elternzeit von 14 Monaten; viele blieben deshalb lieber zu Hause. Einen Partnerschaftsbonus von vier zusätzlichen Elterngeld-Plus-Monaten bekommen Väter und Mütter, die für die Kinderbetreuung beide gleichzeitig in Teilzeit gehen.

Mehr Flexibilität in der Elternzeit

Änderungen wird es auch bei der dreijährigen Elternzeit geben. Mit dem Gesetz wird die Elternzeit flexibilisiert. So können Familien künftig noch individueller darüber entscheiden, wie sie Betreuungs- und Arbeitszeit in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder verteilen möchten. Künftig können Eltern bis zu 24 Monate ihre Elternzeit erst später in Anspruch nehmen – maximal bis zum achten Lebensjahr des Kindes.

Die Wünsche junger Eltern nach Freiräumen werden damit nachhaltig unterstützt: Mehr Partnerschaftlichkeit, mehr Zeit für Familie und gleichzeitig Anschluss an den Beruf halten.

Langfristiges Ziel der SPD bleibt die Familienarbeitszeit

Das nun verabschiedete Gesetz ist aber nur eines von insgesamt drei Reformvorhaben der Großen Koalition, damit Eltern ihre Aufgaben flexibler wahrnehmen können, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Carola Reimann im Bundestag. Denn auch die Wirtschaft müsse sich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch stärker als bisher öffnen.

Zudem ergänzte sie: „Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen eigentlich noch einen weiteren größeren Schritt gehen: Wir wollen, das aus dem ElterngeldPlus bald die Familienarbeitszeiten werden. Wir wollen andere Arbeitszeitmuster, nicht nur für Eltern von Kleinkindern, sondern auch für die Eltern von älteren Kindern.“

Familienarbeitszeiten seien der richtige Weg, damit beide Elternteile ihre beruflichen Wünsche verwirklichen könnten und eine eigene finanzielle Grundlage haben, damit sie gleichzeitig auch Familie sein könnten, damit auch die Wirtschaft die für sie immer kostbarer werdenden Fachkräfte halten könnten.

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