Ethnische Ökonomie: „Ein großes Potential für Berlin“

Die Mai-Sitzung der AG für Migration und Vielfalt fand in besonderem Rahmen statt: Gemeinsam mit der AG auf Landesebene, der Türkisch-Deutschen Unternehmervereinigung Berlin-Brandenburg e.V. (TDU) und dem Zentrum für Selbstständigkeit, ethnisches Gewerbe und Diversity (SEGUD) wurde zu einer Diskussionsveranstaltung unter dem Titel „Ethnische Ökonomie“ eingeladen. Unterstützung gab es zudem vom Landesverband der Berliner SPD. Schon bevor das Programm startete, wurde das große Interesse an dem Thema deutlich, denn die Stühle waren belegt und die Räumlichkeiten gut gefüllt.

Der Abend des 14. Mai begann mit einem Grußwort des AG-Vorsitzenden Ibrahim Emre. Es folgten einleitende Redebeiträge der Kreuzberger Bundestagsabgeordneten Cansel Kiziltepe und des Vorsitzenden der TDU, Remzi Kaplan. Der Senator für Finanzen des Landes Berlin Dr. Ulrich Nussbaum führte mit einem umfassenden und übersichtlichen Vortrag in das Thema ein. Darin stellte er einige prägnante Thesen zur ethnischen Ökonomie auf und lud ein, diese später zu diskutieren.

Umgang mit Migrationshintergrund in der Wirtschaft

An der anschließenden Debatte nahmen neben dem Finanzsenator die Steuerberaterin Süreyya Inal und der Marketingexperte Burhan Gözuakca teil. Moderiert wurde das Gespräch von Shirine Issa und Cetin Sahin. Im ersten Teil ging es vor allem um UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund. Die ExpertInnen waren sich einig, dass diese Gruppe ein großes Potential für Deutschland im Allgemeinen und in besonderer Weise für Berlin darstellt. Im zweiten Teil der Debatte lag der Fokus auf KundInnen mit Migrationshintergrund und auf dem so genannten Ethno Marketing. Menschen nicht-deutscher Herkunft stellen für einen großen Teil der Unternehmen eine wesentliche Zielgruppe dar. Diskutiert wurde, ob hier eine besondere Ansprache stattfinde sollte und wie eine solche ausgestaltet sein könnte.

Perspektiven für Berlin

Das Thema – so viel stand am Ende der Podiumsdiskussion fest – wird sowohl Wirtschaft als auch Politik noch länger beschäftigen. Gerade in einer interkulturellen Stadt wie Berlin sind Maßnahmen aus der ethnischen Ökonomie und dem Ethno Marketing wichtig und können wirtschaftliche Entwicklungen wesentlich beeinflussen.

Bei Speisen und Getränken blieb nach dem formellen Teil des Abends noch Zeit für persönliche Gespräche und zum Fortführen der Diskussion. Das nutzten die meisten TeilnehmerInnen, sodass die Räume noch lange besucht waren und die Veranstaltung erst spät am Abend ihr Ende nahm. Was dabei noch lange nicht beendet ist, ist glücklicherweise die inhaltliche Debatte.