Das Team für Berlin – mit Cansel Kiziltepe auf Platz 5

DiTeam für Berline Aussichten für Cansel Kiziltepe, im Herbst in den Bundestag einzuziehen, sind am Samstag weiter gestiegen. Die Landesvertreterversammlung der Berliner SPD wählte die Bundestagskandidatin für Friedrichshain-Kreuzberg und Prenzlauer Berg Ost auf Platz 5 der Landesliste. Erstmals sind die Hälfte aller Berliner SPD-Bundestagskandidaten Frauen.

Sie kam, sah und siegte. Mit einer persönlichen und sehr engagierten Rede hat Bundestagskandidatin Cansel Kiziltepe die Delegierten der Kreisvertreterversammlung von sich überzeugt. „Ich wurde in Berlin als Kind einer Gastarbeiterfamilie geboren. Meine Eltern hatten nicht die Mittel, die im sogenannten Bildungsbürgertum zum alltäglichen Leben gehören“, unterstrich Kiziltepe ihre Wurzeln als „Kiezkind“ – um dann die Brücke zu den Zielen ihrer Politik zu schlagen.

„Schnell habe ich mein Interesse für wirtschaftliche Zusammenhänge entdeckt, weil Verteilung dort anfängt“, erklärte Kiziltepe. Man müsse nur nach Südeuropa schauen, um zu sehen, wohin eine falsche Wirtschaftspolitik führe. „Mehr denn je stehen wir am Scheideweg. Die Entscheidung lautet: Egoismus oder Gemeinwohl?“ Und: „Unsere Entscheidung als Sozialdemokraten dürfte klar sein. Und dazu gehört, dass wir den Starken mehr abverlangen.“

82,9 Prozent für Cansel Kiziltepe

Die Botschaft kam bei den Delegierten an. Mit 82,9 Prozent wählten die Landesvertreter Cansel Kiziltepe auf Platz 5 der Berliner Landesliste. Diese wird angeführt von der Bundestagsabgeordneten aus Mitte, Eva Högl, gefolgt von Swen Schulz aus Spandau, Mechthild Rawert aus Tempelhof-Schönberg und Klaus Mindrup aus Pankow. Hinter Cansel Kiziltepe folgen auf Platz sechs Fritz Felgentreu aus Neukölln, Ute Finckh-Krämer aus Steglitz-Zehlendorf, Matthias Schmidt aus Treptow-Köpenick, Iris Spranger aus Marzahn-Hellersdorf und Erik Gührs aus Lichtenberg.

„Ihr seid unser Team für Berlin“, rief SPD-Landeschef Jan Stöß den Kandidatinnen und Kandidaten zu. Das Besondere: Erstmals wird die Landesliste von einer Frau angeführt und erstmals sind genauso viele Frauen wie Männer auf der Liste vertreten. „Bei uns wird Gleichstellung gelebt“, kommentierte Stöß das. Der Landesvorsitzende rief seine Partei auch zu mehr Selbstbewusstsein auf. „Ohne Parteien gibt es keine Demokratie“, erinnerte Stöß und versprach: „Wir werden uns weiter für die Demokratie den Buckel krumm machen.“

Lob für Berlin vom Kanzlerkandidaten

Worte, die auch SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gefallen haben werden. Er hielt eine viel umjubelte Rede, in der er die paritätisch besetze Bundestagsliste  lobte und ankündigte: „Das werde ich in meinen Kompetenzteam genauso machen.“ Die Männer und Frauen aus dem Team sollen Steinbrück im Wahlkampf beraten und zum Teil nach einem Erfolg bei der Bundestagswahl als Minister in sein Kabinett rücken.

Steinbrück, der mittlerweile auch einen festen Wohnsitz in Wedding hat,  lobte auch die Hauptstadt für die Entwicklung der vergangenen Jahre. „Berlin ist das kreative Zentrum“, sagte er. Auf seiner Länderreise hatte Steinbrück einige Start-ups besucht und viele Gespräche geführt. „Das Berlin-Bashing, das in manchen Teilen Deutschlands betrieben wird, macht mich kirre“, gab Steinbrück zu und forderte die Berliner Genossen auf „ruhig auch mal ein bisschen anzugeben“.

Fotos von der Landesvertreterversammlung finden Sie hier.