SPD rettet Mendelssohn

Nach langer, kontrovers geführter Debatte und einem mehrstufigen Abstimmungsverfahren ist die BVV heute dem Antrag der SPD einstimmig gefolgt: In Zukunft wird der Platz vor dem Education Center des Jüdischen Museums den Namen „Fromet- und Moses-Mendelssohn-Platz“ tragen.

 

Hierzu erklärt die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Miriam Noa:

„Mendelssohn verkörpert in herausragender Weise die historischen Werte, für die auch das Jüdische Museum steht. Als erster und prominenter jüdischer Aufklärer verband er selbstverständlich seine jüdische Herkunft mit der deutschen Gesellschaft, der er sich gleichermaßen zugehörig fühlte. Sein Freund Lessing hat ihm in seinem Drama „Nathan der Weise“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Der Toleranzgedanke, das gleichberechtigte Miteinander jüdischer, christlicher und islamischer Religion, sind auch für unser Zusammenleben in Friedrichshain-Kreuzberg und weit darüber hinaus von großer Aktualität. Moses Mendelssohn bietet sich wie kein zweiter als Namenspatron für diesen Platz in der Mitte Berlins an.

 
Darüber hinaus symbolisieren die Mendelssohns eine für die damalige Zeit erstaunlich fortschrittliche Ehe, die von gegenseitiger intellektueller Bereicherung und Wertschätzung geprägt war.

„Es ist deshalb sehr erfreulich, dass die BVV mit ihrem heutigen Beschluss dieses Ehepaar gleichberechtigt ehrt“, so Miriam Noa weiter.

Das einstimmige Votum der BVV unterstreicht zudem das große Engagement des Jüdischen Museums für die Namensgebung sowie zahlreicher Bürgerinnen und Bürger, die sich zuletzt sogar in einer Online-Petition an den Senat gewandt hatten.