Leitbild für mehr Beteiligung

Die SPD Friedrichshain-Kreuzberg will attraktiver werden und ihre Mitglieder stärker beteiligen. Auf einer Kreisdelegiertenversammlung am Samstag haben sich die Sozialdemokraten deshalb ein „Leitbild zur Gleichstellung und Beteiligung von Frauen und Männern“ gegeben.

Darin wird u.a. vereinbart, dass Sitzungen nicht länger als zwei Stunden dauern sollen, auf Abkürzungen in Texten verzichtet wird und Podien ausgeglichen mit Frauen und Männern besetzt werden. Für Frauen soll es spezielle Angebote geben, etwa Netzwerke und Mentoringprogramme. „Frauen sind nach wie vor bei uns unterrepräsentiert“, sagt die Vorsitzende der SPD Friedrichshain-Kreuzberg Julia Schimeta. Das Leitbild soll hier für einen Wandel sorgen. „Unser Ziel ist klar: Mehr Frauen in der SPD!“

Doch auch Männer sollen von dem Leitbild profitieren. „Ausufernde Sitzungen und unverständlicher Fachjargon gefallen niemandem und schrecken potenzielle Neumitglieder ab“, ist Julia Schimeta überzeugt. „Wir treten für neue Wege der innerparteilichen Partizipation ein, die die Omnipräsenzkultur abzubauen helfen und das Angebot der abendlichen Gremiensitzungen sinnvoll ergänzen“, heißt es in dem Leitbild daher selbstbewusst.

S-Bahn in Landeshand

Neben dem Leitbild verabschiedeten die Genossen aus Friedrichshain und Kreuzberg auch Anträge zur S-Bahn (sie soll vollständig vom Land Berlin betrieben werden) zum Tempelhofer Feld (die Bezeichnung „Tempelhofer Freiheit“ soll nicht mehr verwendet werden, da hier zwischen 1933 und 1945 Zwangsarbeiter für die Nazis Schuften mussten; der Freiheitsbegriff verhöhne diese Opfer) und zur gleichen Bezahlung von Frauen und Männern im Landesdienst.

Kurzfristig war zudem ein Antrag der Jusos auf die Tagesordnung gerückt, der das Filmen von Demonstrationen durch die Polizei wie beim 1. Mai ablehnt. Er wurde von der Versammlung einstimmig angenommen.

Bei der Kreisdelegiertenversammlung stellten sich auch sechs der sieben SPD-Bewerber für die Europawahl im kommenden Jahr vor. Wer für die Sozialdemokraten in Berlin ins Rennen geht, wird auf einem Landesparteitag am 25. Mai entschieden.