Gedenkort der Demokratie

Der „Friedhof der Märzgefallenen“ vermittelt Geschichte. Doch der Gedenkort ist bedroht.

Sie kämpften für Freiheit, Gleichheit und Demokratie. Im März 1848 starben Hunderte Berlinerinnen und Berliner auf den Barrikaden, die sie überall in der Stadt gegen die Soldaten von König Friedrich Wilhelm IV. errichtet hatten. „Diese mutigen Männer und Frauen haben den Weg in die Demokratie geebnet, in der wir heute leben“, erinnert Susanne Kitschun. Sie ist Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und Vorsitzende des Paul-Singer-Vereins. In dieser Funktion setzt sie sich auch für den „Friedhof der Märzgefallenen“ im Volkspark Friedrichshain ein.

„Eine Ausstellung berichtet über die wechselvolle Geschichte des Ortes und informiert über die Revolution“, erzählt Kitschun. Seit der Eröffnung Ende Mai 2011 wurden etwa 23 000 Besucherinnen und Besucher auf dem Friedhof gezählt. Er nimmt an den großen Berliner Kulturveranstaltungen wie der Langen Nacht der Museen und am Tag des offenen Denkmals teil. Und obwohl das Geld knapp ist, haben die ehrenamtlichen Helfer verschiedene innovative Konzepte für Schul-Workshops entwickelt. „Ziel ist es, diesen Lernort der Demokratie als positives Identitätsangebot aus der deutschen Geschichte zu vermitteln“, sagt Susanne Kitschun. Bisher konnten rund 1200 Schülerinnen und Schüler an Workshops und speziellen Klassenführungen teilnehmen.

Doch die Zukunft ist ungewiss: Ende 2013 läuft die Startfinanzierung aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin aus. Der Kooperationsvertrag mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg läuft bis Ende 2015. „Die Suche nach einer Perspektive für ein dauerhaftes Angebot auf dem Friedhof der Märzgefallenen ist in vollem Gange“, berichtet Kitschun und fordert: „Bund, Land und Bezirk müssen weiter Ihrer Verantwortung für diesen wichtigen Ort deutscher Demokratiegeschichte nachkommen.“

Am 18. März findet ab 17 Uhr eine Gedenkstunde anlässlich 165 Jahren Märzrevolution auf dem Friedhof statt.

Der Text ist in der aktuellen Ausgabe des „Berliner Stadttblatts“ erschienen.