Sicher unterwegs in Friedrichshain-Kreuzberg

Verkehrspolitische Tagung des AK Bau

Im Jahr 2040

wird Berlin eine der Radfahrer- und Fußgängerfreundlichsten Metropolen Europas sein. So steht es im aktuellen Stadtentwicklungsplan Verkehr. Mehr noch: Eine „Mobilitätskultur“ des Miteinanders wird herrschen, der Verkehr wird barrierefrei, sozial- und bedürfnisgerecht, na und selbstverständlich auch umweltverträglich laufen. Kurzum: Berlin wird eine „lebenswerte Großstadt“ sein, auch wenn man gerade nicht im Nachtleben, sondern im Straßenverkehr oder in der S-Bahn unterwegs ist.

Klingt gut!

…dachten wir – bloß: Läßt sich dieser Prozeß vielleicht etwas beschleunigen? Auch und gerade bei uns im Bezirk, wo besonders wenige Menschen ein Auto besitzen, Fußgänger und Radler aber oft ausgebremst und angehupt werden?

Und müßte sich Berlin, genauso wie Friedrichshain-Kreuzberg, hinsichtlich einer ökologisch- und sozial verträglichen Mobilität nicht noch eine ganze Menge abschauen bei einigen Metropolen Europas, bevor wir uns an deren Spitze setzen können?

„Vorwärts Bewegung!“

lautete daher der Titel unserer verkehrspolitischen Fachkonferenz, die wir am 3. Dezember im Kreisbüro Friedrichshain-Kreuzberg veranstaltet haben. Verkehrsexperten vom Wissenschaftszentrum Berlin (WZB), der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Verkehr (SenStadtUm), der Unfallforschung der Versicherer (UDV), des Fußgängerverbandes Fuss e.V., der BVG und vom Bezirksamt haben dargestellt, vor welch vielfältigen Herausforderungen die Planer stehen, wenn es um den zukunftsgerechten Aus- und Umbau der Verkehrssysteme geht.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Problem Nr. 1 – wie fast überall – Es fehlt an ausreichenden, qualifizierten, nicht krankgeschriebenen, motiviertem Personal, um gute Lösungen für die Praxis zu zu erarbeiten.
  • Auch deswegen werden zur Verfügung stehende Bundes- und Landesmittel für Fuß- und Landesmittel, teilweise gar nicht abgerufen.
  • Die Planung erfolgt insgesamt viel zu häufig allein aus Perspektive des KFZ-Verkehrs. Wir brauchen mehr begeisterte und erfahrene Radfahrer/innen und Fußgänger/innen in den Verwaltungen.
  • Damit eine gute, sichere und komfortable Wegführung für Fußgänger, Radfahrer und KFZ gelingt, müssen sehr viele Akteure zusammenwirken.
  • Die vielen verschiedenen Zuständigkeitsebenen sind jedoch gerade in der Verkehrsplanung eine große Herausforderung. Sie sind auch ein Hindernis für eine gelingende Intermodalität (Zusammenspiel der verschiedenen Verkehrsträger). Dass Berlin seine Ampelanlagen privatisiert hat, macht diese Herausforderung, so jedenfalls die Berichte zweier unserer Referenten – offenbar nicht gerade kleiner.

Wie kann Berlin fußgängerfreundlich werden? Hier die Anregungen des Vereins FUSS e.V.

Anregungen & Mitstreiter willkommen!

Wir wollen uns dem Thema zukunftsgerechte, sozial- und umweltverträgliche Verkehrspolitik in der nächsten Zeit verstärkt zuwenden. Für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg muss ein verkehrspolitisches Konzept ausgearbeitet werden. Hierzu wollen wir uns mit so vielen konkreten Vorschlägen wie möglich konstruktiv einbringen. Darum unsere Bitte: Sagt uns, wo es im Bezirk „klemmt“. Worüber ärgert ihr euch im Straßenverkehr? Welche Verbesserungsvorschläge und Ideen habt ihr?

Schickt uns eure Beispiele und Ideen. Wenn ihr darüber hinaus eure Vorstellungen in einem verkehrspolitischen Konzept für Friedrichshain-Kreuzberg einbringen möchtet, meldet euch bitte im Kreisbüro.

Sandra Reuse